1. Ohne Sinn kein Engagement

1. Ohne Sinn kein Engagement

VUCA-Kompetenz sieht das große Ganze und ist sich bewusst, wie beweglich und gleichzeitig, wie verbunden alles ist. Neben den wirtschaftlichen Interessen der Organisation (profit) und den Belangen der Stakeholder, Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten (people) ist auch das Gemeinwohl (planet) im Auge zu behalten. Gerade Organisationsentwicklung, die bisher einen Interessensausgleich von „profit“ und „people“ postuliert hat, ist gefordert, zukünftig auch „planet“ als drittes, gleichberechtigtes Ziel zu verfolgen.

Neuere Erkenntnisse der Teamforschung bestätigen diese Forderung:

Um herauszufinden, was die Zutaten sind, die die erfolgreichsten Teams von den übrigen unterscheiden, hat ein HR-Team von Google 2015 unter den weltweit 60’000 Mitarbeitern des Unternehmens 180 Teams ausgewählt und 200 Gespräche mit Beschäftigten geführt.

Fazit: «Wer im Team ist, zählt weniger, als wie das Team zusammenwirkt, seine Arbeit strukturiert und seinen Beitrag einschätzt».

Es wurden fünf Erfolgsfaktoren für Teams identifiziert:

  1. Psychologische Sicherheit

Gemeint ist, wie leicht sich die Teammitglieder dem Risiko aussetzen können, sich gegenüber den anderen zu exponieren, etwa mit Vorschlägen, Fragen, Kritik oder Unwissenheit.

  1. Zuverlässigkeit

Gemeint ist, dass sich alle Mitglieder gegenseitig darauf verlassen können, dass sich jedes Mitglied im Team gleichermaßen verpflichtet fühlt, die gestellten Aufgaben rechtzeitig und in der besten Qualität zu erfüllen.

  1. Klare Strukturen und Ziele

Das Team hat klar umrissene Ziele und Aufgaben und die Teamleitung verteilt die Rollen so, dass die Teammitglieder ihre Stärken am besten ausspielen können.

  1. Persönliches Anliegen

Die Aufgaben des Teams sind für die Mitglieder ein persönliches Anliegen.

  1. Sinnhaftigkeit der Aufgabe

Die Teammitglieder sind davon überzeugt, dass ihre Aufgabe und ihr Ziel sinnvoll und für die Organisation insgesamt von Nutzen sind, dass sie Innovationen hervorbringen und in einem gewissen Sinn die Welt verbessern.

(Quelle: Tagesanzeiger CH, Online-News vom 21.11.2015)

 

Und tatsächlich: „Nicht mehr der dicke Dienstwagen oder der fette Gehaltsscheck lockt die Talente in die Unternehmen. Viel wichtiger: Der Sinn der Aufgabe, die Identifikation mit der Arbeit“ (Anne M. Schüller in ihrem Touchpoint-Blog: http//blog.anneschueller.de). Diese jungen Talente sind in den Unternehmen längst angekommen. Schon übernehmen sie erste Führungsaufgaben. Und sie verändern die Unternehmenskultur: Sie sind die Sinnsucher unter den Arbeitskräften. Die Rede ist von den Digital Natives.

Ohne Sinn kein Engagement! Wer Engagement fordert, muss Sinn bieten. Denn Menschen arbeiten, um etwas zu bewirken. Sinn und das damit verbundene Glückserleben entstehen, wenn befähigte Mitarbeiter möglichst konkrete Aufgaben erledigen können, bei denen sie sich als wesentlich und in der Lage erleben, einen sinnvollen Beitrag zu leisten.

 

Unsere Erfahrungen zeigen, dass nach einer Diskussions- und Reflexionsphase MitarbeiterInnen und Führungskräfte zusätzliches Engagement entwickeln, das langfristig trägt, wenn die „planet“-Perspektive (also der Betrag zum Gemeinwohl) bei Organisations-, Team- oder Strategieentwicklung mit in den Blick genommen wird. Sie ermöglicht Identifikation und Sinnstiftung.

Mein TIPP: Fragen Sie sich und Ihre Mitarbeiter, welchen direkten oder indirekten Beitrag Sie zum Gemeinwohl leisten und zukünftig leisten könnten. Stiften Sie Sinn mit dem, was Sie tun – für sich selbst, für Ihre Mitarbeiter und für Interessengruppen im Umfeld.

Walter Nelhiebel

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